Der E-Commerce Canvas erklärt

Ist dein Unternehmen bereit für den digitalen Handel? Ungenügende Skills, komplexe Organisationsstrukturen, fehlende Digitalisierung und komplexe Systeme stehen der digitalen Innovation und dem Wachstum häufig im Wege. Auch die Kultur, die nach kugelsicheren Lösungen strebt, wechselt zu langsam in den agilen Modus. Jetzt gibt es aber ein Modell, welches dieses Dilemma systematisch löst: Der E-Commerce Canvas

Es sind zahlreiche Bücher mit theoretische Modelle zum Thema Digitalisierung im Handel erhältlich. Der E-Commerce Canvas versucht etwas anderes:

  1. Die Schritt für Schritt E-Commerce-Anleitung: Komplexität in kleine Schritte aufbrechen und nichts vergessen.
  2. Priorisierung Eine Übersicht der wichtigsten Prozessschritte für ein strukturiertes Vorgehen nach Prioritäten. Der Kunde steht dabei immer im Zentrum.
  3. Gemeinsame Sprache Die wichtigsten E-Commerce Bausteine werden abgedeckt und es entsteht die gemeinsame Sprache.
  4. Living Document E-Commerce entwickelt sich stets weiter. Deshalb ist der E-Commerce Canvas auch ein ein Living Document das sich stets weiterentwickelt.

Selbst wenn man das eigenes Digitalisierungsprojekt erst gerade ansteht, ist der E-Commerce Canvas hilfreich und wertvoll, weil es dennoch wichtige Tipps und Hinweise parat hält, die der eigenen Karriere förderlich sind.

Was bisher geschah: der E-Commerce Canvas erklärt

Seit Monaten arbeiten wir an der Zusammenführung der wichtigsten Begriffe in E-Commerce Projekten. Wir haben Keywords nach monatlichem Suchvolumen (MSV) überprüft, Umfragen an E-Commerce Experten versandt und Feedback von Kunden und Teammitgliedern erhalten. Daraus entstand die E-Commerce Taxonomie:

Die E-Commerce Taxonomie als Grundlage erklärt

Wir sind mit den primären E-Commerce Aktivitäten gestartet (E-Commerce Aufgaben für das Unternehmen). Eine Weiterentwicklung auf der Basis der Wertschöpfungskette von Michael E. Porter:

Die Wertkette bzw. Wertschöpfungskette (Value Chain) stellt die Stufen der Produktion als eine geordnete Reihung von Tätigkeiten dar. Diese Tätigkeiten schaffen Werte, verbrauchen Ressourcen und sind in Prozessen miteinander verbunden. Das Konzept wurde erstmals 1985 von Michael E. Porter in seinem Buch Competitive Advantage veröffentlicht

Wikipedia Wertkette

E-Commerce Aufgaben erklärt

Mit dieser Taxonomie stand die Fragestellung im Raum, welche Aufgaben denn nun ein Unternehmen hat um die Besucher über deren Customer Journey zu führen.

Die Aufgaben des Unternehmen wurden so zusammengeführt:

  • Procurement die Beschaffung der auf die Kunden passenden Produkte als Produktions- und Handelsunternehmen
  • Content unzählige Inhalte, Bilder, Videos in Blog-Artikeln oder für Produktinformationen
  • Online Marketing die umfassende Klaviatur an Marketing-Aktionen, SEM, SEO, SEA ganz vorne mit dabei
  • Conversion die Konvertierung von Besuchern in Leads und von Leads in Kunden
  • Automation die Automatisierung von Marketingaufgaben
  • Sales der Checkout-Prozess und der Verkauf von Produkten und Services
  • Fulfillment die Auftragsbearbeitung oder das Order Management
  • Logistics die Auslieferung zum Kunden
  • Service die Servicebereitstellung für den Kunden

Danach fängt es wieder von vorne an, heute muss der Kunde immer wieder begeistert und neu gewonnen werden. Die Wechselkosten werden immer tiefer, schnell ist man als Kunde bei der Konkurrenz gelandet.

Weitere E-Commerce Themenfelder

Neben der Wertschöpfungskette bzw. den primären E-Commerce Aktivitäten erarbeiteten wir folgende Themenbereiche um die sich ein Unternehmen auch kümmern muss. Auch hier stets den Kunden im Zentrum gesehen (Customer Centricity):

  • Organisation, Strategie & Vision nach den Aufgaben die für einen Kunden gelöst werden müssen, kommt zuerst die Analyse der eigenen Kultur, Vision und vor allem der Zielen
  • Touchpoints Die Touchpoints, die dem Kunden bereitgestellt werden, welche Customer Journey wünschen sich die Besucher? Wie unterscheiden sich diese?
  • Analytics & KPIs Wenn Ziele gesetzt und optimiert werden, dann muss du auch wissen was gerade passiert und messen können wenn Anpassungen vorgenommen werden
  • Technologie oft wird dies zuerst angegangen, die Technologie ist jedoch Mittel zum Zweck

Die erste Version des E-Commerce Canvas erklärt

Die erste Version des E-Commerce Canvas resultierte schon bald. Die Übersicht ähnelte einem Schachbrett und jedes Kästchen beinhaltete wieder ein eigenes Modell:

Erste Version des E-Commerce Canvas

Dieses Modell wurde das erste Mal an der topsoft 2019 präsentiert.

Nach der Premiere an der topsoft 2019 hat Nick Weisser einen Artikel dazu geschrieben.

Die zweite Version des E-Commerce Canvas erklärt

Schon bald wurde klar, dass zwei wichtige Elemente fehlten. Zum einen benötigen die meisten Schritte in einem E-Commerce Projekt etwas Vorarbeit, so soll nicht mit der Technologie-Suche begonnen werden, sondern erstmals mit der Kultur, Vision und eigenen Organisation, bevor konkrete Touchpoints diskutiert werden. Und zum anderen ist der Kunde nachdem er gewonnen wurde immer wieder erneut zu begeistern. Damit richtig Schwung in das ganze E-Commerce-Vorhaben kommt, wurde der E-Commerce Canvas in eine Form gebracht, damit sich die Arbeitsabläufe immer mehr verstärken können. Das E-Commerce-Flywheel wurde geboren:

Die Rohfassung des E-Commerce Canvas
Der E-Commerce Canvas in einem Workshop von Michael Nussbaumer und Marc Gasser
E-Commerce Canvas v2
der aktuelle E-Commerce Canvas

Motivation und Inspiration

Der E-Commerce Canvas basiert auf verschiedenen Modellen und viel Praxiserfahrung. Ein Zusammenzug aus den Besten Inhalten.

Inspiriert durch Michael E. Porter, Wertkette, Competitive Advantage, Amazon Flywheel, HubSpot Flywheel, 8C Modell von Carpathia, Scaling Up, Verne Harnish (2017), Rockefeller Habits, Stefan Merath, der Weg zum erfolgreichen Unternehmer, Channel Cards von For You and Your Customer und unzähligen Feedbacks von Kunden und Teammitgliedern von M8 GmbH und Aioma AG.

Unsere Motivation ist es, den Wissenstand in E-Commerce zu erhöhen um mehr nahtlose und fesselnde E-Commerce Erfahrungen auf dieser Welt zu erfahren.

Open Source Lizenz

Wir haben schon viele Anfragen bekommen, die um Rat bei der Verwendung des E-Commerce Canvas und den damit verbundenen Tools baten.

Der E-Commerce Canvas wird bald unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Die Anforderungen an die Nutzung der Tools ist einfach:

Jeder kann den E-Commerce Canvas für seine eigene Arbeit verwenden oder andere beim Verständnis, der Analyse oder der Veränderung der digitalen Geschäftsmodellen unterstützen. Dazu gehören auch Leute, die die Tools im eigenen Unternehmen oder in beratender Funktion nutzen. Die Anforderung bei Creative Commons ist die vollständige Angabe der Quelle des Tools – E-Commerce Canvas, ecommercecanvas.org.

Der bald unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlichte E-Commerce Canvas ist offen für die Entwicklung anderer Ansätze und Variationen des Konzepts. Es gab eine Reihe von Variationen, die in Workshops diskutiert und demonstriert wurden. Wurden Änderungen vorgenommen, so ist der Verweis des ursprünglichen Ausgangsmaterials aufzunehmen. Der Text und der Link E-Commerce Canvas ecommercecanvas.org sollten auf jedem Screen und Ausdruck sichtbar und lesbar sein.

Wann wird denn der E-Commerce veröffentlicht?

Wir bekommen nach jedem Workshop super Feedback, optimieren den Canvas und veröffentlichen diesen in ein paar Wochen auf dieser Seite unter Open Source Lizenz.

Jetzt vorbestellen

Werde als erster informiert, wenn der E-Commerce Canvas zum Download bereit ist. Kostenlos vorbestellen:


Take-aways

  • Die Digitalisierung erfordert neue Geschäftsmodelle, die die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen
  • Die Anforderungen der Kunden ändern sich rasant und grundlegend
  • Die relevanten Daten über das Verhalten der Kunden an den Touchpoints sammeln
  • Wenn du die Digitalisierung angehst, sorg für eine möglichst breite Legitimation, damit alle an einem Strang ziehen
  • Nutze den Canvas, eine Art Digitalisierungs-Architektur, die geschäftliche, funktionale, technische und organisatorische Aspekte berücksichtigt
  • Gewinne Führungsstärke, indem du eine Vision mit Leidenschaft und Disziplin vorlebst
  • E-Commerce ist kein Projekt, es ist ein Produkt, welches stets weiterentwickelt wird
  • Zelebriere jeden Teilerfolg jeden Milestone als Projektabschluss soll aktiv, damit dem Team nicht auf den letzten Metern die Luft ausgeht
  • Das E-Commerce Digitalisierungsprojekt kompakt auf eine A4-Seite bringen
  • Mit dem E-Commerce Canvas stellt man das Wesentliche des Konzepts übersichtlich dar und kann ein Unternehmen weiterentwickeln. Mit dem E-Commerce Canvas können die Ideen, Visionen visualisiert und getestet werden